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Vier Tage Italien mit Familie – Como und Mailand aus einer sehr persönlichen Perspektive

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  Vier Tage Italien mit Familie – Como und Mailand aus einer sehr persönlichen Perspektive Weihnachten ist ein guter Vorwand, um den Alltag kurz auszuschalten. Die Termine sind gesetzt, die meisten Menschen haben frei, und irgendwo zwischen Plätzchen, Lichtern und zu viel Essen entsteht dieser seltene Freiraum, in dem man Zeit neu denken kann. Für uns war es genau der richtige Moment, mit der Familie ein paar Tage wegzufahren. Im ersten Moment dachte ich an Montescaglioso (Matera), aber wir wollten nicht weit, nicht kompliziert, aber bewusst. Ein Ortswechsel, der Abstand schafft, ohne gleich eine Weltreise zu starten: Lago di Como &  Mailand . Piazza del Duomo, in der Weihnachtszeit völlig überfüllt. Es gab noch einen zweiten, sehr persönlichen Grund für diese Reise. Eigentlich sogar zwei. Der 26. Dezember gehört meiner Nichte Francesca, der 29. mir. Zwei Geburtstage, dicht beieinander, beide mitten in dieser merkwürdigen Zeit zwischen den Jahren, in der alles etwas lan...

Wenn Legenden Tapas essen – Ein Abend voller leiser Momente

 

Wenn Legenden Tapas essen – Ein Abend voller leiser Momente

Einleitung kurz:

Ein ruhiger Abend in der Toro Tapasbar: Ex-KSC-Profi und ehemaliger Vizepräsident Rainer Schütterle genießt Tapas und Wein – und berührt einen Gast, der sich für frühere Stadionmomente bedankt. Eine Geschichte über Bodenständigkeit, Authentizität und echte Fußballverbundenheit.


Es gibt Abende, die machen nichts Spektakuläres. Kein Feuerwerk, keine besonderen Ankündigungen, keine großen Bühnen. Und trotzdem tragen sie sich später überraschend tief ins Gedächtnis ein. Genau so ein Abend spielte sich in der Toro Tapasbar ab.
Ein Ort, an dem sich Gläser, Stimmen und spanische Musik in einer Atmosphäre mischen, die weder hektisch noch langweilig ist. Einfach angenehm. Unaufgeregt. Mitten in diesem natürlichen Trubel: Rainer Schütterle, ehemaliger Profi des Karlsruher SC und später sogar Vizepräsident des Vereins.

Er saß dort – völlig selbstverständlich – mit seiner Frau Jana, die sofort auffiel: charmant, freundlich, offen im Blick und im Umgang. Kein Star-Paar, keine Show. Nur zwei Menschen, die Lust auf einen ruhigen Abend hatten.


Ein Name, der im badischen Fußball Gewicht hat

Rainer Schütterle gehört zu den Persönlichkeiten, die man nicht groß erklären muss, zumindest nicht in Baden.
Für alle, die jünger sind oder nur am Rande etwas mitbekommen haben: ein kurzer Abriss, nüchtern und korrekt.

  • Geboren: 1966 in Kehl

  • Position: Mittelfeld (offensiv geprägt, dynamisch, zweikampfstark)

  • Bekannt für: Einsatzwille, Robustheit, Kopfballstärke und die Fähigkeit, Spiele auch dann offen zu halten, wenn es ungemütlich wurde

  • Vereine u. a.: Karlsruher SC (mehrfach), VfB Stuttgart, MSV Duisburg, SV Ried (Österreich), SC Fortuna Köln

  • Rolle nach der Karriere: u. a. Vizepräsident des Karlsruher SC, langjähriges Vereinsmitglied, regional engagiert

Allein diese Daten erklären, warum Menschen in Karlsruhe mit dem Namen etwas Besonderes verbinden.


Der Abend, wie er wirklich war

Rainer Schütterle und Jana setzten sich an einen der Tische im hinteren Bereich der Bar. Unauffällig, kein Hinweis, dass da gleich jemand sitzt, der vor vielen Jahren in Bundesliga-Stadien gespielt hat.
Es war früher Abend, die Bar füllte sich langsam, einzelne Gespräche mischten sich zu einem warmen Hintergrundgeräusch.

Was sofort auffiel: Beide waren entspannt und freundlich, grüßten kurz in die Runde, ohne sich aufzudrängen. Sie bestellten Tapas. Ein Mix aus Bodenständigem und ein paar besonderen Kleinigkeiten. Dazu später ein Rotwein: Academico 2016, Reserva de Familia.

Die Atmosphäre blieb leicht, ungezwungen. Man merkte schnell: Hier geht es nicht um Aufmerksamkeit, sondern um Zeit zu zweit. Trotzdem blieben beide kommunikativ. Wenn jemand etwas fragte, antworteten sie. Wenn jemand lächelte, kam das Lächeln zurück.


Die Szene, die hängen blieb

Der wichtigste Moment des Abends geschah leise.
Kein Foto. Kein Autogramm. Keine laute Anerkennung.

Ein Mann am Nebentisch schwankte mehrere Minuten lang zwischen Neugier und Respekt. Er sah immer wieder in Richtung Schütterle, vermied aber direkten Blickkontakt. Man merkte, dass ihn etwas beschäftigte. Wahrscheinlich ein innerer Konflikt: Soll ich? Darf ich? Oder störe ich?

Schließlich fasste er sich ein Herz, stand kurz auf, ging einen Schritt rüber – sichtbar nervös – und sagte nicht „Sind Sie nicht…?“
Sondern:
„Ich wollte mich nur bedanken. Sie waren der Grund, warum ich früher so oft ins Stadion gegangen bin.“

Ein Satz, der etwas auslöste.
Der Mann war gerührt. Wirklich gerührt. Die Stimme leicht angespannt, die Hände unruhig.
Man merkte, dass es kein belangloser Fanmoment war, sondern ein Stück persönliche Geschichte.
Fußball schafft solche Verbindungen. Und selten wirken sie so ehrlich wie hier.

Schütterles Reaktion?
Ruhig. Freundlich. Ungekünstelt.
Er lächelte und sagte etwas in der Art:

„Das freut mich. Schön, dass das damals für Sie so war.“

Kein Ego, kein „Ich war ja auch ein Großer“.
Nur Anerkennung – und Respekt vor dem Gefühl des anderen.
Der Mann setzte sich wieder, offensichtlich erleichtert. Und ja: Man sah ihm an, dass ihm dieser kurze Austausch etwas bedeutete.


Der Wein – bewusst gewählt, aber nicht prahlerisch

Später entschied sich Schütterle für ein guten Rioja Academico 2016, Reserva de Familia vom Weingut Heras Cordón. Ein Rioja, der nicht zufällig bestellt wird. Nicht protzig, aber auch nicht irgendwas. Ein Wein, der von Menschen gewählt wird, die Genuss mögen, aber keine Barshow daraus machen.

Fun Fact: Heras Cordón ist eines jener Weingüter, deren Produkte immer wieder in besonderen Einrichtungen landen – darunter auch kirchliche Häuser. Ein Randdetail, das Gesprächsstoff liefert, aber kein Kultsymbol ist.

Was auffiel:
Er trank ihn wie einen guten Wein – nicht wie einen Status.
Eine leise Parallele zum Charakter des Abends.


Jana – charmant, präsent, natürlich

Es wäre unfair, nur über ihn zu sprechen.
Denn Jana Schütterle spielte an diesem Abend eine ebenso wichtige Rolle in der Wirkung des Moments.

Sie war aufmerksam, herzlich, offen im Umgang. Das typische „Charmant, aber nicht aufgesetzt“-Verhalten. Manchmal begann Gespräche sie, nicht Rainer.
Sie lachte gern, kommentierte zwischendurch Kleinigkeiten, scherzte und war zu meinen jungen Mitarbeitern sehr freundlich.

Wenn man beide beobachtete, merkte man:
Hier sitzt ein Paar, das miteinander und nicht nur nebeneinander lebt.


Ein Stück Fußballgeschichte – aber ohne Sportmuseum-Flair

Es lohnt sich, Schütterles Laufbahn in den Kontext zu setzen. Nicht, um ihn zu glorifizieren, sondern um zu verstehen, warum Menschen so reagieren wie der gerührte Gast.

Der KSC der späten 80er und frühen 90er war ein Verein zwischen Hoffnung, Rückschlägen und überraschenden Erfolgen.
Baden war fußballerisch nie das laute Bayern, nie das dominierende Dortmund.
Es war Herz, Kampfgeist, ein bisschen Chaos und viel Zusammenhalt.

Spieler wie Schütterle standen genau dafür:

  • harte Zweikämpfe,

  • hohes Laufpensum,

  • wenig Show,

  • viel Teamgeist.

Er war keiner der Superstars, die von Marketingabteilungen ausgeschlachtet wurden.
Er war einer der „Wir schaffen das heute irgendwie noch“-Spieler.
Und genau solche Spieler prägen Identität.


Warum Bodenständigkeit heute fast exotisch wirkt

Es wirkt fast seltsam, dass ein Ex-Profi einfach in einer Tapasbar sitzt, ohne ein Schutzschild aus Selbstinszenierung.
Wir leben in einer Zeit, in der Außendarstellung oft alles ist. In der Menschen permanent mit ihren Rollen verschmelzen. Und in der Normalität fast verdächtig wirkt.

Aber genau diese Normalität entfaltete an diesem Abend Wirkung:

  1. Echte Nähe statt künstlicher Distanz
    Kein Personenschutz, kein Blabla. Nur da sein.

  2. Dankbarkeit ohne Pathos
    Der Satz des gerührten Gastes war ehrlich – und Schütterles Reaktion ebenso.

  3. Ein Blick ohne „Ich bin wichtig“
    Er beobachtete die Bar wie ein normaler Besucher, nicht wie jemand, der ständig damit rechnet, erkannt zu werden.

  4. Gelassene Präsenz
    Man merkt, wenn jemand mit sich im Reinen ist.


Die Atmosphäre – ein Versuch, sie spürbar zu machen

Vielleicht liegt es an der Mischung: Holzstühle, gedämpftes Licht, spanische Gitarren, das warme Rot des Weins, der Duft nach Knoblauch und Paprika. Dazu Gespräche, die im Hintergrund verschwimmen, während einzelne Momente plötzlich hervortreten.

Es gibt Orte, die Begegnungen natürlicher machen.
Tapasbars gehören dazu.
Sie sind kommunikativ und etwas laut.
Sie zwingen niemanden zu großen Gesten – sie erlauben kleine.

Und manchmal reichen kleine.


Ein persönliches Fazit

Ich muss zugeben: Solche Szenen treffen mich.
Nicht, weil ich selbst unendlich nostalgisch bin, sondern weil sie zeigen, dass die Verbindung zwischen Fans und Spielern mehr ist als das, was man im Stadion sieht.

Da sitzt ein Mann, der für viele Menschen Teil ihrer Wochenenden, ihrer Jugend, ihrer Erlebnisse war. Und er begegnet jemandem, der sich endlich traut, „Danke“ zu sagen. Ein einfaches Wort. Und doch so viel schwerer, wenn Gefühle dranhängen.

Schütterle nahm es an, ohne es größer zu machen als nötig.
Genau deshalb war es so groß.


Rainer Schütterle, Mario, Jana und der Wein von Heras Cordon.



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Ein ruhiger Abend in der Toro Tapasbar: Ex-KSC-Profi und ehemaliger Vizepräsident Rainer Schütterle genießt Tapas und Wein – und berührt einen Gast, der sich für frühere Stadionmomente bedankt. Eine Geschichte über Bodenständigkeit, Authentizität und echte Fußballverbundenheit.

Labels:

Rainer Schütterle, KSC, Karlsruhe, Tapasbar, Fußballgeschichte, Begegnungen, Authentizität, Rioja, Heras Cordon, Stadionerinnerungen, Sportkultur

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